Kunst trifft Kosmos - SPACE FOR Prof. Björn Dahlem
Shownotes
Kunst trifft Kosmos: Zu Gast ist der Künstler und Professor Björn Dahlem von der Bauhaus-Universität Weimar. Gemeinsam sprechen sie darüber, wie sich das Universum nicht nur wissenschaftlich erforschen, sondern auch künstlerisch erfahrbar machen lässt.
Björn Dahlem beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit Kosmologie, Galaxien, schwarzen Löchern, dunkler Materie und wissenschaftlichen Weltbildern - allerdings nicht als technische Modelle, sondern als raumgreifende Installationen aus Licht, Holz und Alltagsmaterialien. Im Gespräch erzählt er, wie seine Faszination für den Sternenhimmel entstand, warum er sich als eine Art „inneren Astronauten“ versteht und was Kunst sichtbar machen kann, was reine Wissenschaft oft nicht erreicht.
Es geht um die Unterschiede zwischen Präzision in Technik und Präzision in Kunst, um Inspiration, Wahrnehmung und die Frage, ob Bilder aus dem All tatsächlich die Wirklichkeit zeigen - oder immer auch unsere eigenen Vorstellungen spiegeln. Eine Folge über Raumfahrt, Kreativität und den menschlichen Blick ins Universum.
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00:00:01: Wenn ich bei dir in eurem Hochpräzisionsbereich mit einem alten Putzlappen daher käme, dann würdet ihr mich hochkant rauswerfen und das wäre aus gutem Grund eine starke Reaktion.
00:00:12: Du wärst zumindest damit nicht ISO-zertifiziert mit deinem Putzlappen?
00:00:17: Nee wahrscheinlich nicht!
00:00:18: Space
00:00:19: for...
00:00:27: Der Space Optics
00:00:28: Podcast – Mit Francis &
00:00:30: Matthias Bayer.
00:00:33: Ja, bei uns war es heute kurz vor der Sommerpause nochmal sehr kreativ.
00:00:38: Denn der Kunstprofessor Björn Dahlem von der Bauhaus-Universität Weimar ist heute mit uns im Studio.
00:00:45: und jetzt ist natürlich die berechtigte Frage – wie passt das zu einem Weltraumpodcast?
00:00:52: Warum diese Verbindung in unserem Fall gar nicht
00:00:55: so
00:00:55: fern liegt?
00:00:56: Darüber wollen wir heute sprechen!
00:00:58: Und damit herzlich willkommen zur Space for dem Kosmospolitischen Podcast, in dem wir über die innovative Welt der Raumfahrt zukunftsweisende Technologien und mutige Visionen sprechen.
00:01:11: Ich bin Francis Thierrys Bayer, Sprechwissenschaftlerin und Journalistin.
00:01:14: Und wie immer an meiner Seite...
00:01:16: Heute kreativ an deiner Seite Dr.
00:01:18: Matthias Bayer Gründer und Geschäftsführer vom New Space Unternehmen Space Optics.
00:01:22: Ja Björn!
00:01:22: Du bist Künstler und Professor für Skulptur, Objekt- und Installation an der Bauhausuniversität Weimar und deine Arbeiten – und jetzt wird es spannend – beschäftigen sich mit Kosmologie, Astrophysik, Schwarzenlöchern, Galaxien, dunkler Materie und wissenschaftlichen Weltbilden aber eben nicht als technische Modelle, sondern als raumgreifende Installation aus Holz-, Licht- oder auch Alltagsgegenständen und ganz einfachem Materialien.
00:01:52: Und genau deshalb bist du heute bei uns weil du nämlich den Kosmos nicht erklärst wie ein Physiker, sondern sichtbar machst wie Menschen versuchen etwas ich würde sagen zu begreifen was eigentlich viel größer ist als sie selbst.
00:02:09: Ganz herzliches Willkommen noch mal an dich.
00:02:12: Ja, hallo und vielen Dank an euch!
00:02:14: Ich freue mich sehr dass ihr mich eingeladen habt.
00:02:16: ich freue mich hier zu sein.
00:02:18: Sie können sofort einsteigen.
00:02:19: Ja, übrigens tolle Jacke!
00:02:21: Das sehen die Hörerinnen und Hörern jetzt nicht.
00:02:23: Du glänzt, du brillierst... Also was ist die Selbstdesign?
00:02:26: Fahre
00:02:27: ich jetzt einfach?
00:02:28: Fast Spiegelend
00:02:28: würde ich sagen.
00:02:29: Nein, tatsächlich ist das relativ simple Konfektionsware.
00:02:32: Die ist versilbert, würde ich mal sagen.
00:02:34: Es ist ein silberglänzender Stoff.
00:02:36: Ich dachte, ich passen zum Thema Spiegele.
00:02:38: Und natürlich ist Silbern seit dem Space Age eigentlich die Farbe der Weltraum-Mode, würde ich mal sagen.
00:02:46: Also
00:02:46: passender hätte das nicht sein können ne?
00:02:47: Eine ultrapräzise Jacke extra für uns!
00:02:49: Das ist wirklich...
00:02:50: Du warst mit dem Faltenwurf hier nicht so ganz einverstanden weil
00:02:53: es... Da müsste man nochmal drüber gehen, da müssten wir nochmal
00:02:55: nacharbeiten.
00:02:55: Ich kann das jetzt
00:02:56: hier
00:02:56: in Nanometer umrechnen aber das dürften wahrscheinlich schon eher im Bereich Millionen Nanometer sein
00:03:02: oder...?
00:03:03: Mein optisches Auge sagt dass das passt schon.
00:03:05: Willst
00:03:05: du ihn jetzt polieren oder
00:03:06: was?!
00:03:07: Ja vielleicht kommen wir dazu später
00:03:08: noch auf jeden Fall
00:03:09: Aber lass uns vielleicht mit etwas anderem einsteigen bevor wir zu Anfang deine Jacke zu polieren.
00:03:12: Das
00:03:13: würde ich aber gerne noch machen, ansonsten ist bei euch
00:03:15: der Firma.
00:03:16: Dann fahren wir danach direkt noch hin
00:03:17: wie die dann aussieht danach?
00:03:19: Vielleicht fangen wir damit an einfach mal dass du uns kurz erzählt den Hören und Hören.
00:03:23: Wie bist du denn zum Thema Weltraum gekommen?
00:03:26: also das ist ja schon was sehr besonderes Denn du hast es künstlerisch irgendwie mit in deinen Beruf integriert auf andere Art und Weise als wir Und ich erinnere mich In einem Gespräch was wir mal hatten.
00:03:35: hast Du mal erwähnt Dass Dein Vater im Bereich der Luft- und Raumfahrt unterwegs war?
00:03:39: Ja, das ist richtig.
00:03:40: Wobei mein Vater weniger jetzt in der Raumfahrt oder sozusagen unmittelbar im Weltallbereich unterwegs war sondern mein Vater war Physiker am Institut für Physik der Atmosphäre beim DLR also bei der deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrts Und insofern lag dieses Thema auch immer so ein bisschen in der Luft.
00:03:59: Mein Vater war sehr astronomisch interessiert aber dass weniger im Rahmen seiner Tätigkeit als aus allgemeinem Interesse Und ich hab sehr intensive Erinnerungen daran, wie ich mit ihm nachts vor dem Sternenhimmel stand als Kind vielleicht im Alter von fünf, sechs Jahren und wieder rausgeguckt haben.
00:04:18: Das waren so Momente von einer ganz eigenartigen Stimmung.
00:04:21: Ich als kleines Kind neben mir der deutlich größere Vater ... Als Kind nehmt man den Vater ja sehr groß war und über dem großen Vater das noch viel, viel größere Universum unter Sternenlicht.
00:04:35: Stimmung, in der man sich selbst eigentlich fast vergessen hatte und in dieser unglaublichen Tiefe und Weite des Sternenhimmels so ein bisschen gemeinsam verloren ging.
00:04:45: Eigentlich so einen ganz toller Moment.
00:04:47: Würdest du sagen dass das der Moment war oder die Momente mit deinem Vater zusammen unter dem Sternenhimme?
00:04:53: Wo für dich auch diese Faszination für den Kosmos begann?
00:04:58: Auf jeden Fall, denn das Weltall ist ja ein riesiger Projektionsraum letztlich.
00:05:04: Ich glaube in allen Kulturen auf der Welt oder zumindest in sehr vielen spielt der Himmel eine ganz herausragende Rolle.
00:05:10: und wenn wir über den Himmel sprechen, sprechen wir eigentlich interessanterweise, wenn wir zu diesem Moment von Visionen oder von Mythologie kommen über die Nachthimmel weil der einfach tiefer ist als der Himmeltagsüber und sozusagen in diese Weite rauszu... sehen und zu merken, dass das ein Raum ist in dem eigentlich alles Platz hat.
00:05:32: Dass die ganze Welt sozusagen in einem Raum stattfindet.
00:05:35: Das ist auch so ein bisschen der Startpunkt meiner
00:05:38: Arbeit.".
00:05:38: Wenn ich jetzt mal zurückdenke – zumindest war das zu meiner Zeit so – wollten manche Jungs-Mädchen wahrscheinlich eher Jungs astronaut werden?
00:05:47: Jetzt bist du ja Künstler geworden!
00:05:49: Hast aber die Raumfahrt trotzdem mitgenommen.
00:05:52: also wann hast Du gemerkt okay... Die Kunst ist für mich der Weg, diese Faszination nachzugehen?
00:05:59: Ich könnte eigentlich sagen ich bin Astronaut geworden.
00:06:02: Aber vielleicht auf eine
00:06:03: ganz andere Art und Weise als das Astronauten bei der... NASA oder so geworden sind.
00:06:10: Ich glaube, wenn mich kein Astronaut bei der NASA oder bei irgendeiner anderen Weltraum-Agentur werden wollte war ein gewisser Realismus dass ich gespürt habe okay das ist relativ aussichtslos.
00:06:20: also so viele Menschen waren jetzt auch noch nicht im welt allgemessen an der weltbevölkerung und die biografien der leute sind ja auch eigentlich knallhart realistisch kann man sagen.
00:06:30: es sind keine romantischen biographien das sind ja meistens Top-ausgebildete Spitzen, Piloten die da zum Einsatz kommen.
00:06:38: Ich glaube das habe ich intuitiv gemerkt dass ich da nicht zu dieser Gruppe gehöre.
00:06:45: Dafür bin ich auch zu chaotisch, aber ich habe irgendwie angefangen selber sozusagen mein eigenes Universum zu entwickeln und das bereise ich natürlich regelmäßig wenn ich arbeite.
00:06:56: Insofern bin ich sowas wie ein innerer Astronaut vielleicht gewonnen der durch diese ganzen Gedankenwelten des Universums und des Weltalls reißt.
00:07:05: Und dass dann künstlerisch auch zum Ausdruck bringt so zu sagen?
00:07:08: Genau!
00:07:08: Bei
00:07:08: uns bei Space Optics wir stehen ja sozusagen für Die Ultrapräzision, also das was wir gerade in deiner Jacke schon attestiert haben.
00:07:16: Also wir entwickeln sozusagen hoch beziehungsweise...
00:07:17: Ich glaube nicht du wolltest stipulieren die Jacke?
00:07:18: ...die
00:07:18: wird noch nachbearbeitet.
00:07:20: Sie sieht trotzdem auf dich schon sehr gut aus!
00:07:21: Ich
00:07:21: lasse sie euch wahrscheinlich am besten einfach...
00:07:23: Ich glaub insgeheim möchte Matthias
00:07:26: deine Jacke haben!
00:07:27: Zwei Wochen Bearbeitungszeit ja, das kriegen wir hin.
00:07:29: Er trägt
00:07:29: sie dann heimlich in den zwei Wochen.
00:07:32: Also wir sind ja verantwortlich für hochpräzise optische Systeme, die am Ende auf die Satelliten gehen und wissenschaftliche Missionen.
00:07:38: Das heißt unser Ziel mit unserer Arbeit ist es ja, den Weltraum möglichst exakt sichtbar und irgendwie auch messbar zu machen.
00:07:45: Du beschäftigst dich ebenfalls damit aber eben aus einer ganz anderen Perspektive?
00:07:48: Was kann uns denn Kunst über das Universum erzählen was die Wissenschaft allein vielleicht nicht kann?
00:07:54: Ja da sind wir bei der Frage, was ist die Frage!
00:07:59: und die Frage von Wissenschaft ist ja, dass sie die Welt begreifbar machen will.
00:08:04: Und die unterscheidet sich schon ziemlich fundamental von der Frage der Kunst wenn es da überhaupt eine Frage gibt.
00:08:11: aber in der Kunst gibt es vielleicht oder würde ich sagen gibt das Anliegen die Welte erfahrbar?
00:08:17: zu machen, also sie in irgendeiner medialen Form in ein erlebbares Format zu bringen.
00:08:22: Das sind grundsätzlich ganz unterschiedliche Herangehensweisen.
00:08:26: Deswegen ist natürlich Präzision absolut gefragt denn du bist als Wissenschaftler und Techniker natürlich... darauf angewiesen, dass diese Technik funktioniert.
00:08:36: Es gibt eine ganz klare Zielsetzung.
00:08:37: du weißt genau welche Daten du einsammeln möchtest oder auch nicht und das lässt sich relativ klar als Korridor umreißen.
00:08:45: in der Kunst ist es viel diffuser was man eigentlich möchte.
00:08:49: am Schluss will man eigentlich oder will ich Tolle Arbeit entsteht in einer eigenen Atmosphäre, erzeugt und die wirklich ein emotionales Erlebnis auch für Menschen ist.
00:08:59: Es ist ja dann auch ein emotionales Erlebnes zum Weltraum oder?
00:09:03: Was du hast was du dann preisgibst durch die Kunst weil du gibst ja von dir damit etwas preis.
00:09:08: vielleicht so'n Gefühl das man gar nicht mit zahlen Erzeugen kann, oder ist das Quatsch?
00:09:13: Würde ich sofort zustimmen.
00:09:15: Wenn man die Ergebnisse der Arbeit betrachtet ... Wir fahren auf den Fachmessen, aber wenn wir Besucher haben, die nicht unbedingt Fachpublikum sind und schauen sich das Ergebnis unserer Arbeit ein, einen Teleskop, dann wirkt es vielleicht auch für manche unspektakulär.
00:09:27: Man versteht die Technik erst, wenn man weiß, was da von einer Präzision drin steckt.
00:09:30: Und wenn man ein Gefühl dafür bekommt wie ein Aufhanter dahintersteckt.
00:09:33: Deshalb glaub ich schon, dass du sagst, das erfahrbar zu machen, anders darzustellen, einen sehr guten Zugang erst mal zum ganzen Thematik schaffen, den vielleicht die Technik allein nicht schaffen kann.
00:09:44: Wenn man sich deine Arbeiten anschaut begegnet man ja immer wieder Galaxie in schwarzen Löchern dunkler Materie kosmologischen Strukturen.
00:09:52: und eines deiner bekanntesten Werk ich habe sogar schon Mal gesehen ist the Milky Way beziehungsweise die Milchstraße.
00:09:59: also kann man sich vorstellen wie so eine raumgreifende Lichtinstallation.
00:10:04: warum gerade die Milchtraße?
00:10:07: Die Milchstraße ist unsere Heimat und die bringt es ja auch irgendwie toll zum Ausdruck.
00:10:12: Also das geht ja auf den griechischen Mythos, der auf dem Nachthimmel verkleckerten Muttermilch, weil einer der Kinder... Oh jetzt treten hier meine Bildungslücken wirklich fundamental zu Tage!
00:10:23: Ich krieg gerade nicht hin welche Göttin es war.
00:10:26: Willst
00:10:26: du mal kurz googeln?
00:10:28: Machen wir glaube ich nicht oder sonst bin ich
00:10:29: nicht ganz klar.
00:10:30: Du kannst mal übner klären.
00:10:30: Wenn du einmal kurz googlen willst, klar.
00:10:32: Da habe ich immer
00:10:33: eine Ausnahme.
00:10:34: Ziehe mal den Google
00:10:35: Joker.
00:10:35: Genau, das ist erlaubt.
00:10:37: Einer pro Aufnahme?
00:10:38: Einer Pro Aufnahme.
00:10:41: Jetzt habe ich hier den Wikipedia-Artikel.
00:10:43: Also indekrischen Mythologie.
00:10:47: Es ist die Muttermilch der Alkmene.
00:10:50: Die hat den Herakles geboren und ich versuche es jetzt ein bisschen abzukürzen.
00:10:55: Der sollte gesäugt werden und hatte glaube ich einfach zu kräftig gesaugt.
00:11:00: Sehr gut.
00:11:01: Wie auch immer, auf jeden Fall kam es beim Säugen zu diesem Zwischenfall, dass diese Milch eben über den ganzen Himmel verkleckert wurde und das ist unsere Milchstraße.
00:11:10: Also das ist ja toller an griechischer Mythologie, die auch immer sehr menschlich nahbar ist und oft aus so einem gewissen Humor beinhaltet.
00:11:18: Und ja daher kommt der Begriff der Galaxie.
00:11:21: also es glaube ich Galas, es glaubt die Milch auf Griechisch Ja!
00:11:25: So leitet sich der Name her
00:11:27: schon irgendwo eine gewisse romantische Hintergrund, eine Vorstellung der Menschen.
00:11:31: und vielleicht nochmal auf die Installation von dir zurückzukommen.
00:11:34: Die Milchstraße bei dir ist ja sozusagen die Milky Way, eine große Installation durch die Leute durchgehen können indem sie diesen Raum erleben.
00:11:40: Hast du vielleicht auch mal in die Rückmeldung bekommen was Sie denken wenn Sie da durchgehen?
00:11:44: Wie Sie das wahrnehmen diesen Raum den Du geschaffen hast?
00:11:47: Also es ist natürlich irgendwie die Rückmeldungen dass man ein sehr intensives Erlebnis vom Licht einfach hat.
00:11:52: Das ist ja auch das was diese Galaxie so so faszinierend macht oder was Sternalgemein faszinerend macht, dass die Leuchten ganz banal gesagt.
00:12:02: Und die Milchstraße ist eben dieses leuchtende Band das sich über den ganzen Himmel zieht und das einfach die Dimensionen von Galaxien ein bisschen erahnen lässt.
00:12:12: Ich glaube diese Atmosphäre stellt die Arbeit her und dementsprechend sind auch die Rückmeldungen.
00:12:17: also die Arbeit ist glaube ich... in der größten Installation.
00:12:22: Das ist richtig groß, es ist ein starkes physisches Gegenüber, dass die Leute spüren und ja vielleicht hat man da auch wieder dieses Gefühl das ich anfangs beschrieben habe von diesem sich selbst so ein bisschen verlieren in dieser Weite.
00:12:34: Matthias meinte ja vorhin wir... machen alles sehr genau aufs Nanometer.
00:12:40: Und du beschäftigst dich ja auch damit mit hochwissenschaftlichen Sachen und verwendest in deinen Arbeiten, darauf will ich eigentlich hinaus Materialien wie Holz oder bei diesem Milky Way jetzt Neon Röhren oder auch mal ganz alltägliche andere Materialien.
00:12:56: Warum ist dir der Kontrast zwischen hochkomplexer Wissenschaft Einfachen Materialien so wichtig?
00:13:04: Ja, da gibt es verschiedene Ebenen dieser Sache.
00:13:06: Die einfachste Ebene ist vielleicht dass man sich als Künstler, als Einzelperson natürlich oft auch mit der Unterstützung von einem Team aber trotzdem ein sehr überschaubarer Rahmen finde.
00:13:17: ich sollte man eigentlich nicht versuchen, sich mit der Ästhetik von üppigst finanzierten Forschungsinstituten die mit riesigen Teams global operieren oder so zu messen.
00:13:28: Da kann man eigentlich nur verlieren und wird vielleicht auch schnell langweilig.
00:13:31: Mein Zugang ist eigentlich zu sagen Ich nehme das was ich in meiner unmittelbaren Umgebung vorfinde Und baue mir das da alles ein bisschen auf wie ein Kind beim Spielen irgendwie zusammen.
00:13:42: Das ist für mich der eigentlich viel spannendere Ansatz weil diesen Hightech-Bereich, den könnt ihr einfach viel besser als ich den je können könnte.
00:13:53: Gab es einen Fall, dass mal ein Wissenschaftsinstitut zu dir kam und sagt hey wir brauchen hier für unseren Bau?
00:13:58: eine Arbeit, die im Prinzip das möglichst auf die und die Art widerspiegelt?
00:14:03: Ja es gibt schon.
00:14:04: Aber da ist natürlich immer von der anderen Seite eingepreist dass mein Ansatz ein künstlerischer ist in dem sich ja ganz subjektive Faktoren auch abbilden in Punktomaterialwahl.
00:14:15: ich versuche auch immer meinen ganz subjektives erleben da einzubauen auch über Gegenstände die vielleicht aus wissenschaftlicher Sicht in so einer Skulptur eigentlich gar nichts verloren haben.
00:14:24: Hast du da mal ein Beispiel?
00:14:25: Ja jetzt bei der Milchstraße Das ist tatsächlich eine Milchflasche dann auch Teil der Installation.
00:14:32: Ich finde es wichtig, das wieder zurückzukoppeln und das wirklich alltägliche erleben, dass man natürlich aus einem Labor immer raushält weil da ne Milchflasche stört und unscharfen erzeugt die nicht erwünscht sind Ziellinie hat, die man erreichen will.
00:14:48: Also wenn ich bei dir in eurem Hochpräzisionsbereich irgendwie mit einem alten Putzelappen daher käme dann würdet ihr mich hochkant rauswerfen.
00:14:57: aus gutem Grund weil ich eure ganze sorgfältig hergestellte Ordnung gefährden würde und das wäre aus gutem Grund eine starke Reaktion.
00:15:05: Du wärst zumindest damit nicht ISO-zertifiziert mit deinem Putzlappen?
00:15:10: Wahrscheinlich nicht, aber du sagst es schon ein bisschen.
00:15:12: Bei uns ist Präzision natürlich alles.
00:15:14: Das ist essentiell.
00:15:15: Würdest du dennoch sagen dass eine gewisse PräZision in deiner Kunst auch eine Rolle spielt?
00:15:20: Ja ich muss absolut präzise sein natürlich auf ne ganz andere Art.
00:15:24: bei mir beginnt die Arbeit immer mit nem inneren Bild oder einer Assoziation und dann habe ich sowas wie so'n unscharfes Bild vor dem inneren Auge und den möchte ich mich immer möglichst.
00:15:35: exakt annähern.
00:15:36: Vielleicht fragen sich jetzt viele, wo hat er denn das Bild her?
00:15:39: Was ist seine Inspiration?
00:15:40: Also du hast ja schon von dem Erleben mit deinem Vater gesprochen und das ist nun aber eine Weile her und bekommst du auch nicht in den Genuss dich vom Weltall inspirieren zu lassen weil man da ja einfach faktisch nicht so hoch kommt.
00:15:53: was erzeugt dieses innere Bild?
00:15:54: also ich lese schon ziemlich viel Literatur auch so populär wissenschaftliche Literatur über das weltalte setzeugten mir immer ganz starke Bilder Und dann manchmal tauchen die auch sozusagen aus dem Nichts auf.
00:16:05: Also wahrscheinlich würde jetzt ein Neurowissenschaftler sofort widersprechen und es kann auch schlecht sein, dass irgendwas aus dem nichts kommt aber es fühlt sich an wie aus dem nicht.
00:16:13: Manchmal hab ich einfach so'n Bild... Und manchmal ist es einfach auch so, dass ich gar kein Bild habe.
00:16:18: Aber dann sind im Atelier irgendwelche Sachen und ich spiele mit denen rum und dann entwickelt sich was – und dann entsteht das Bild vielleicht in der Mitte des Prozesses.
00:16:25: erst und dann nehme ich sozusagen diese Spur des Bildes auf und versuche es exakt umzusetzen.
00:16:31: Dann gibt's natürlich auch noch den Moment bei kleineren Objekten.
00:16:34: Auch da ist es entscheidend.
00:16:35: aber bei großen Installation wird es natürlich sichtbar, dass die dann in den Dialog gehen mit dem Raum, in dem sie aufgebaut sind.
00:16:45: Wir erleben das Personen, die diesen Raum betreten und da geht es manchmal tatsächlich auch selbst bei sehr großen Arbeiten.
00:16:51: Die jetzt ja im Bereich von fünfzehn oder fünfzehnt Meter sich abspielen geht's wirklich dann teilweise um Zentimeter wenns darum geht die auszurichten oder so?
00:17:01: oder Ja wenn Engstellen zum Beispiel im Raum entstehen wo Leute durchgehen?
00:17:05: Da muss schon auch sehr genau gearbeitet werden.
00:17:07: aber vom Nanometerbereich bin ich tatsächlich sehr weit entfernt.
00:17:11: Ich
00:17:12: würde noch mal auf einen Satz zurückkommen, wo du grad sagst, das kommt die Inspiration her weil du kannst ja nicht einmal schnell in den Weltraum fliegen und dir da die Inspirations holen.
00:17:18: als Ingenieur ist man ja manchmal vor dem gleichen Problem man steht von einer Problemstellung und man weiß einfach nicht wie kommt man jetzt am besten raus?
00:17:24: Und bei mir zum Beispiel hilft es dann mal was völlig anderes zu machen also Sport so machen beispielsweise um mal vom Problem weg zu treten.
00:17:31: gibt es einen Ort wo du sagen würdest da hast du die meiste Inspiration?
00:17:35: Ich glaube, ich reagiere anders als du.
00:17:37: Bei mir sind es meistens so Bruchphasen.
00:17:40: Also das ist vielleicht wenn man kurz irgendwo wartet dann fängt man an irgendwie zu lesen und steigt aus der Welt aus.
00:17:46: oder früher habe ich tatsächlich klingt jetzt viertejährlich nach Klischee aber fand ich zum Beispiel Sonntag morgens im Café einfach so beim Blick auf die Menschen.
00:17:54: Man schweift so ab und das eigentlich in so einer nicht definierten Lehrlauf Phase, auf einmal tauchen bei mir die Sachen auf oder auch im Flugzeug zum Beispiel.
00:18:04: Auf Langstreckenflügen habe ich häufig gute Ideen vielleicht auch weil man da so ein bisschen eben schon von der Erde bis zum Weltall unterwegs
00:18:11: ist.
00:18:11: Die Rundgenstrahlung hat einen Einfluss dann
00:18:13: ja.
00:18:14: Vielleicht lenkt die dann nochmal die elektrischen Abläufe im Gehirn in eine ganz spezielle Weltallbahn also irgendwie so komische Zwischenräume im Leben, die nicht so klar gefüllt sind.
00:18:25: dann kommen Ideen.
00:18:26: Aber es ist generell natürlich eine riesige Frage, wo kommen Ideien überhaupt her?
00:18:30: Kein Mensch kann die befriedigend beantworten.
00:18:33: Es ein großes Rätsel des Menschseins.
00:18:35: Wo kommen eigentlich Ideen her?
00:18:36: Ihr müsst ja auch die ganze Zeit Ideen haben und ich glaube da sind wir uns sehr ähnlich.
00:18:41: also muss ja eine unglaubliche Vorstellungskraft haben von dem, was du da machst, was ihr da ins All schickt und wie sich die Sachen dort verhalten werden.
00:18:51: Ich kann mir auch vorstellen das ist eine gewisse Intuition, auch eine große Rolle
00:18:55: in der Erfahrung.
00:18:56: Ein interessanter Punkt weil wir können uns natürlich bei uns immer an den Spezifikationen und Anforderungen des Kunden irgendwo entlang angeln.
00:19:03: also wir kriegen Vorgaben, okay dieses Teleskop diese Optik die muss jetzt diese Lasten aushalten und die muss diese Temperatur aushalten.
00:19:10: Und dann hat man im Prinzip so einen Rahmen in dem man diese Lösung bringen muss.
00:19:13: du bist ja freier glaube ich
00:19:14: aber ihr müsst ja auch innerhalb dieses Rahmens dann nicht ganz spezifische, intelligente möglichst effiziente Lösung finden.
00:19:22: Genau und das ist schon... Ich glaube
00:19:23: es ist der Bereich, das hatten wir auch schon mal besprochen.
00:19:26: Du bist eigentlich so eingegrenzt und musst in diesem engen Rahmen wie du schon sagst dann kreativ werden weil dir einfach nicht viele Mittel zur Verfügung stehen.
00:19:36: Ja, hat Björn schon recht?
00:19:37: Das ist schon eine Gemeinsamkeit würde ich auch so sagen.
00:19:40: Ich kenne auch Ingenieure oder Leute, die im Techniken entwickeln.
00:19:44: Herstellen auch immer als so ganz spielerische Bastler eigentlich.
00:19:48: Also wenn es wirklich um Entwicklung geht... Es gibt natürlich dann irgendwie nochmal den Schritt in die Produktion rein.
00:19:53: aber auch das finde ich bei euch besonders spannend und eigentlich sehr künstlerisch würde ich sagen weil ihr so prozessual arbeitet.
00:20:00: Du hattest mir das erzählt dass eigentlich dieser Übergang von der Planung in die produktion auch relativ fließend verläuft oder sich manchmal auch überlappt.
00:20:09: Oder vielleicht produziert ihr ja auch mal was und plant danach?
00:20:13: Ja, absolut!
00:20:15: Ich glaube es gibt... Wirklich technische Bereiche, wo das auch auf jeden Fall eine große Handwerkskunst ist bei uns.
00:20:21: So kann man den Begriff auf jeden fall verwenden und zum Teil nicht alles wirklich komplett mathematisch, physikalisch erklärbar beispielsweise bei der Politur von Optiken.
00:20:29: bis heute gibt es keine geschlossene Theorie die diesen Vorgang beschreibt sondern es passt mal eher der eine Ansatz mehr andere Ansatz.
00:20:35: Es ist immer so ein bisschen schwarze Magie.
00:20:37: tatsächlich sage ich mal dabei Am Ende funktioniert es kommt was raus Und man kann Teile davon erklären.
00:20:41: aber ganz genau verstehts, versteht's auch gerne.
00:20:44: Also wir halten mal fest Wissen nicht, wo die Ideen herkommt.
00:20:48: Aber wir
00:20:49: haben sie!
00:20:49: Ein Rätsel, aber das ist ja das Wichtige.
00:20:52: Du würdest auch nicht sagen, um da noch mal einen Schritt zurückzutreten?
00:20:55: Dass so Bilder vom Hubble oder James Webb Space Telescope, die wir als Wirklichkeit wahrnehmen, dass das deine Inspiration ist oder dass Sie die Wirklichke abbilden
00:21:06: ... Ich glaub mit dir Frage könnten wir den ganzen Podcast füllen und zwar den gesamten heutigen Tag von ihr.
00:21:12: Sehr gut!
00:21:12: Die Frage ist ein bisschen was isst... mit diesem Begriff Wirklichkeit da eigentlich gemein.
00:21:18: Also natürlich die Bilder vom Hubble-Teleskop oder James Webb Teleskop, also ich sitze da staunend davor und mir fehlen die Worte wenn ich das sehe weil es unglaublich ist.
00:21:27: anhand dieser Bilder wird einfach klar dass Wissenschaft für eine Gesellschaft ein wahnsinniger Motor ist und zwar aus dem Grund weil sie uns ganz neue Perspektiven aufmacht auf die Welt.
00:21:40: Satelliten, Teleskope usw.
00:21:43: liefern uns eine Perspektive auf die Welt, die vor hundert Jahren völlig undenkbar gewesen wäre.
00:21:50: Und diese neuen Perspektiven sind natürlich immer für mich als Künstler interessant.
00:21:54: Das ist auch ne historische Linie das sozusagen in Phasen von Perspektivwechseln natürlich die Kunst immer ins Spiel kommt und sich diese Perspektifen aneignet oder... Vielleicht auch nur so tut, als würde sie sich aneignen.
00:22:07: Also vergleichbar ist vielleicht im frühen zwanzigsten Jahrhundert die Entwicklung der Luftfahrt.
00:22:11: Plötzlich konnte man die Erde von oben fotografieren.
00:22:14: Es gab riesige Sammlungen von Luftbildern.
00:22:17: Es gibt Bücher darüber wie sich die gesamte Kunst verändert hat durch die Luftfahrts.
00:22:21: Aber was bei den Teleskopen dazu kommt, dass diese Bilder ja nicht einfach fotografiert sind sondern das es hochkomplex wird Daten sammlungen sind, die von Computern interpoliert werden nachgeschärft werden und insofern eigentlich selber auch fast so ein bisschen was wie Kunstwerke sind.
00:22:39: Es gibt diese Farben, die natürlich keine optischen Farben sind.
00:22:42: Die eher Markierungen für bestimmte Stoffe sind, aber trotzdem ästhetisch interessant werden.
00:22:47: Und das finde ich spannend weil sich wie in der modernen Kunst am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts auch in der Wissenschaft fast so eine Art Spaltung zwischen abstrakt und gegenständlich abbildet.
00:23:00: Also es gibt plötzlich eine abstrakte Welt in der Wissenschaft, die nur durch Messgeräte zugänglich ist und durch Mathematik.
00:23:07: und die wir uns immer wieder vorstellen müssen.
00:23:10: Und so entsteht eine geistige Landschaft, von der wir eigentlich gar nicht wissen wie wirklich die überhaupt ist.
00:23:15: Vielleicht hat sich diese Frage auch ein bisschen erledigt?
00:23:18: Ich habe auf der Hinfahrt noch mal einen Podcast mit Markus Gabriel gehört, er hat dieses tolle Buch geschrieben, warum es die Welt nicht
00:23:25: gibt.
00:23:26: Er geht eben aus, dass es die Welte als Gesamtheit überhaupt nicht gibt, sondern es gibt nur fragmentiertes Wissen über die Welt.
00:23:34: Hinter diesem fragmentierten Wissen steht ... die Wälte als Gesamtheit, aber wir können sie nicht sehen.
00:23:40: Weltraumtechnologie oder Raumfahrt haben wir hier schon in diesem Podcast sehr oft drüber gesprochen.
00:23:44: Es entwickelt sich gerade von der nischen Technologie wirklich zu einer Infrastruktur, die wir brauchen für unseren Alltag also für Kommunikation Navigation Erdbeobachtung Klimaforschung.
00:23:53: mich würde interessieren neben deinen Arbeiten, die sich sehr mit Raumfahrten beschäftigen Siehst du diese Entwicklung auch allgemein in der Kunst?
00:24:00: Also gibt es mehr und mehr Leute, die dich damit beschäftigen.
00:24:03: Und brauchen wir denn eben neben diesen Ingenieuren eben auch Künstlerinnen und Künstlern, um diese Entwicklungen den Weltraum einordnen zu können.
00:24:11: Also ich sehe eigentlich da keine größere Tätzung.
00:24:14: der Gegenwörtskurs.
00:24:15: Gerade es sind wirklich nicht irre viele Leute, die sich damit auseinandersetzen.
00:24:19: Aber es gibt Leute, dass das tun und auf sehr unterschiedliche Art und Weise tun und auch sehr spannende Art undweise.
00:24:25: Ich finde es interessant, dass sich nicht mehr Leute damit beschäftigen.
00:24:29: Was
00:24:29: glaubst du, woran liegt das?
00:24:30: Dass du da so ein Einzelgänger mit dem Thema ... Kriegst du das auch zurückgespiegelt?
00:24:39: Warum jetzt Weltraumkunst?
00:24:41: Aber in der Kunst ist natürlich immer gut, wenn man einsam is.
00:24:45: Also das heißt also wenn man irgendwas macht was niemand anderes macht es eigentlich schon mal ein sehr positives Signal für die Kunst.
00:24:53: Ich sag meinen Studierenden in der Uni immer Wenn ihr irgendetwas macht was kein anderer macht seid ihr schonmal auf einem guten Weg.
00:24:59: Insofern ja stimmt es gibt wenige aber das ist auch super so.
00:25:04: Was mich eher so ein bisschen wundert ist dass manchmal krieg ich so die Frage gestellt warum Weltraum?
00:25:10: und dann klingt das irgendwie nach so einem total exotischen Spezialinteresse.
00:25:15: Ich würde es aber immer so sehen, dass der Weltraum ... Das ist unsere Umwelt!
00:25:19: Dass das was da draußen um uns rum ist gerade sehen wir's halt nicht weil es hinter den Wolken ist und die Sonne scheint.
00:25:26: Aber ich finde es völlig natürlich, dass man sich für seine Umwelt interessiert und darüber was alles stattfindet.
00:25:33: Also ich kann es mir manchmal nicht so ganz genau erklären, warum eigentlich nicht alle Leute irgendwie da mehr darüber wissen wollen.
00:25:39: Ja unsere Rede oder?
00:25:41: Warum wollen dann nicht alle Leuten?
00:25:44: Nein Spaß beiseite!
00:25:46: Ne aber das ist ein interessantes Thema.
00:25:48: Ich glaube auch ein Thema was sehr viel... hergibt, ja sei es in der Kunst oder sei jetzt als Zukunfts- umge Technologie das auf jeden Fall.
00:25:56: Also in der Kunst gibt's da sowas wie so eine Expansionsbewegung.
00:26:00: wenn man sich mittelalterliche Buchmalereien anguckt und da eine Pflanze auftaucht ist es im Allgemeinen auch so dass die mit der botanischen Realität nicht unbedingt eins zu eins identisch ist.
00:26:11: dann in der Renaissance sieht schon anders aus weil da haben die Leute wirklich angefangen die Rose sozusagen nicht nur sehr als inneres oder gedankliches Bild zu sehen sondern als so eine Art biologische Realität und die abzubilden.
00:26:23: Also da findet es so eine Verschiebung von Realitätsebenen in der Kunststadt, im späten achtzehnten Jahrhundert beginnen sich Leute für Berge zum Beispiel zu interessieren.
00:26:32: früher war in Europa eigentlich so ne Grundhaltung relativ normal dass man gesagt hat okay da oben wird's kalt ist dann irgendwie Schnee.
00:26:40: das gehört nicht mehr richtig zur Erde.
00:26:42: da haben wir nichts verloren machen wir nix und dann fangen Forscher und Künstler an da hochzugehen und sich das anzugucken.
00:26:49: Und es bricht so ein Boom aus, der dann auch in den Alpinismus, in Berg-Tourismus schieffahren usw.
00:26:56: mündet.
00:26:56: Vielleicht wird's mit dem Weltall irgendwann genauso sein?
00:26:59: Jetzt gucken wir noch drauf ... Aha!
00:27:01: Das ist da draußen.
00:27:02: Viele Leute denken, wir haben damit eigentlich nichts zu tun.
00:27:05: Ja, so Professorin für Weltraumkünste steht kurz bevor meins weg.
00:27:08: Ich bin gerade dabei, wie die Nomination der Professur zu ändern.
00:27:12: Aber das is'n sehr zeitraubender Prozess.
00:27:15: unter bin ich so mittendrin.
00:27:17: Aber was würdest du denn sagen?
00:27:18: Was hat denn Kunst heute für eine Verantwortung?
00:27:22: Es gibt ja nicht umsonst auch die Aussage, Brotlose Kunst, Kunstkünstler verdienen kein Geld oder weniger Geld oder Kunst... Ja, die hänge ich mir hin weil, ach mir gefällt das Bild, weil das jetzt hat die und die Farbe.
00:27:34: also Kunst ist schön!
00:27:36: Was hat es dann für dich oder die Kunst Heute für eine Verantwortung?
00:27:40: Also ich wähle jetzt darauf hinaus.
00:27:42: Kunst genauso wie Musik, Musik ist ja auch Kunst soll es ja eigentlich schaffen, Menschen zu verbinden.
00:27:48: Was zum Ausdruck zu bringen, was man vielleicht wissenschaftlich nicht schafft?
00:27:53: Würdest du sagen da geht's verantwortungsmäßig hin oder kann die Kunst auch etwas steuern und ist nicht nur schön?
00:28:00: Ich weiß gar nicht für was ist die Kunst da verantwortlich also... vielleicht sogar für gar nichts.
00:28:06: Also ich weiß gar nicht, ob es sozusagen eine Frage der Kunst ist für was verantwortlich zu sein weil das würde implizieren dass es einen konkreten gesellschaftlichen Auftrag gibt.
00:28:15: aber ich glaube das Interessante an Kunst ist, dass es diesen Auftrag in dem Sinne eben nicht gibt sondern wie du sagst Es ist ein emotionales Spiegeln Das schaffen von emotionalen Erlebnissen für Leute und die können geteilt werden.
00:28:28: Das ist etwas ganz ganz Wichtiges für ne Gesellschaft.
00:28:31: Man kann es auf verschiedenen Ebenen.
00:28:33: auch in der Politik Beispiel gibt es immer mehr das Problem, dass die Leute sich nur noch in Besprechungszellen irgendwie treffen.
00:28:39: Keiner auf Deutsch gesagt mal mit dem anderen Bier trinken geht, dass man mal ein emotionales Erleben hat sicher als Mensch gegenseitig erlebt.
00:28:47: Das kann die Kunst, das kann ich erleben wenn ich ins Konzert gehe, ins Museum gehe und mit den Leuten rede danach.
00:28:53: Man hat im Gemeinden das Erlebnis, was sozusagen entkoppelt ist von Zweck- und von Zielgerichtetheit Und so ein Zwischenraum entsteht, wo die Menschen sich einfach für einen Moment gegenseitig als Menschen erleben.
00:29:07: Ich glaube das wird im Zeitalter von KI auch noch richtig wichtig werden weil es andere kann KI teilweise mit Sicherheit sehr gut übernehmen.
00:29:16: Also die Kunst würdest du sagen ich fasse es mal so zusammen hilft uns dabei uns Menschen als Menschen zu sehen und zu begegnen und dadurch zu verbinden.
00:29:26: Aktuell ist es ja immer so eine scheinbare Verbundenheit, was ist angesprochen?
00:29:30: KI oder auch Social Media.
00:29:32: Ich hab meinen kleinen Bildschirm vor der Hand.
00:29:34: da spricht jemand das Mädchen von nebenan oder Junge von neben an zu mir und ich denke hey den oder die kenne ich ja.
00:29:40: aber eigentlich sind wir beide tausende Kilometer weit voneinander entfernt und können uns doch nicht wirklich in die Augen gucken oder uns die hand geben oder uns zusammen über einen Song freuen oder über ein Bild quatschen.
00:29:53: Ja vielleicht ist es das
00:29:55: Ja, ich glaube also Musik und Film sind da vielleicht als Beispiele geeigneter.
00:29:59: Weil bildende Kunst ist ja immer so ein bisschen sperriger.
00:30:02: aber bei Musik- und Filmen glaub' ich kennt das jeder wie schön es ist wenn man irgendwie mit Freunden oder in der Partnerschaft irgendwie einen Film guckt und dieses gemeinsame Erlebnis hat.
00:30:12: Das ist was, was einen wahnsinnig verbindet Und wir sind soziale Menschen.
00:30:16: selbst Wenn wir vielleicht lieber irgendwie ein Ateliers oder Laboren irgendwas basteln Am Schluss wollen wir doch irgendwie das Gefühl haben dass wir mit den anderen verbunden sind was in dieser ausschließlichen Form Kunst am besten kann.
00:30:28: Vielleicht zum Abschluss noch die Frage, was sagt deiner Meinung nach der Blick ins Universum am Ende vielleicht auch über uns selbst aus?
00:30:37: Ich
00:30:37: glaube das ist alles ein großes Selbstporträt.
00:30:40: also ich glaube in der Kosmologie oder in der Entwicklung von Weltbildern beschreiben wir vielleicht einfach unsere eigene Denkweise wie wir über Sachen überhaupt nachdenken können.
00:30:50: es ist nicht nur ein Selbstparträt aber Die Hälfte davon ist auch Selbstporträt und erzählt uns eigentlich die Geschichte von unserem eigenen Bewusstsein.
00:30:59: Und davon, wie Aneignung von Erkenntnis oder auch von Erlebnis stattfinden.
00:31:05: Das tut es eben in diesen starken Bildern wie schwarze Löcher oder so.
00:31:09: Das sind ja ungeheuer große imposante Bilder.
00:31:13: Ich glaube für die Wissenschaft spielen sie eine viel größere Rolle als manche Wissenschaftler selber glauben wollen.
00:31:19: Also
00:31:19: schöner Gedanke!
00:31:21: Toll, finde ich auch noch mal so.
00:31:22: Zum Abschluss und du machst ja mit deiner Kunst das was da oben ist wo wir gar nicht hinkommen irgendwo auch greifbar.
00:31:29: wenn ich mir jetzt vorstelle Ich kann mit dir Matthias zusammen durch die Milchstraße laufen lebensgroß, achtzehn Meter lang und...
00:31:38: Ich weiß nicht, ich glaube bei fünf sechs Metern...
00:31:41: Also schon auch so Überlebensgroß.
00:31:44: Die würde sicherlich auch bei uns im Foyer ganz gut aussehen, ne?
00:31:47: So eine lebensgrosse Milchstraße mit uns direkt im Eingangspreis.
00:31:49: Du möchtest wirklich nichts dagegen!
00:31:51: Das technisch möglich wäre die Lebensgröße... Also in der wirklichen Lebensgrösse von... Kriegte leider immer die Dimension nicht ganz klar, waren es jetzt hundert Milliarden Lichtjahre durchmesser.
00:32:03: Nikatz kann nicht sein.
00:32:04: Hundert Millionen lichtjahret Durchmesser genau.
00:32:06: Ja
00:32:12: So lange wie du jetzt keine schwarzen Löcher bei Björn bestellt, bin ich mit dabei.
00:32:16: Wir machen
00:32:18: alles mit Licht und was leuchtet.
00:32:19: Nichts was Licht schluckt!
00:32:20: Björnn, was soll ich sagen?
00:32:21: Tolles Gespräch.
00:32:22: Interessant von dir deine Sichtweise, deinen Blickwinkel zu bekommen, wie du Sachen wahrnimmst und was du dann vor allen Dingen auch darauf Oder daraus machst, also von der Jacke angefangen über die Milchstraße.
00:32:37: Na gut wie gesagt schwarzes Loch habe ich schon gesagt bin nicht mit dabei.
00:32:40: in diesem Sinne würde ich sagen vielen Dank dass du da warst.
00:32:44: Vielen dank fürs Gespräch.
00:32:46: unseren Hörerinnen und Hörern wünsche ich einen schönen Sommer.
00:32:50: Schreibt uns wie immer gerne an podcastatspaceoptics.de.
00:32:55: Wer Fragen über dich hat oder Interesse an deinen Arbeiten hat, der kann sich auch bei dir melden.
00:33:01: Du meinst so eine lebensgroße Milchstraße für Zuhause im Eingangsbereich?
00:33:05: Ja!
00:33:05: Oder für den Hof und das Wohnzimmer.
00:33:09: Auf jeden Fall mal reinschauen ist lohnt es sich.
00:33:10: Ich
00:33:10: bin da für alle Ideen offen.
00:33:12: Also,
00:33:13: Björn ist bereit!
00:33:15: Wie stellt auch gerne eure Anfragen an die eben genannte Mail-Adresse?
00:33:19: Wir leiten das dann weiter...
00:33:21: Genau und dann herzlichen Dank für dass heute Gespräch schöneste da warst und allen anderen einen schönen Sommer und bis zum nächsten Mal.
00:33:26: Ja, bis zum nähsten mal.
00:33:28: Ja vielen Dank auch an euch.
00:33:29: Es hat richtig Spaß gemacht.
00:33:31: ich glaube wir hätten noch ohne Probleme vier Stunden weiter reden können.
00:33:35: Danke für die schöne Einladung und euch ja auch
00:33:37: ein schöner Sommer.
00:33:38: Tschüss
00:33:45: der Space Optics Podcast
00:33:47: mit Francis
00:33:48: und Matthias Bayer.
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